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Barrierefreier E-Commerce: die BFSG-Pflichten des Handels

Diese Seite ordnet die Pflichtenlage im Handel ein: Wen das BFSG erfasst, wo die Kleinstunternehmen-Ausnahme greift, welche Rolle Marktplätze und Drittanbieter spielen und was für Omnichannel, Kassen und Selbstbedienungsterminals gilt. Seit dem 28. Juni 2025 ist die Frist abgelaufen – Shop-Audit ab 2.480 € netto.

Pflichten für Händler und Marktplätze Frist abgelaufen seit 28. Juni 2025 Eigene Erklärung zur Barrierefreiheit veröffentlicht

Kurz und einfach erklärt

Diese Seite erklärt, was das BFSG für den Handel heißt. Das BFSG ist ein Gesetz. Es sagt: Viele Online-Shops müssen barrierefrei sein.

Barrierefrei heißt: Alle Menschen können den Shop nutzen. Auch Menschen mit Behinderung. Sehr kleine Firmen sind davon in der Regel ausgenommen.

Die Seite sagt auch, was für Marktplätze gilt. Und was für Kassen und Automaten zur Selbstbedienung im Laden gilt.

Wir prüfen Ihren Shop nach den WCAG. Das sind Regeln für barrierefreie Webseiten. Wir gehen den ganzen Weg bis zur Bestellung durch. Auf Wunsch beheben wir die Fehler.

Sie wollen wissen, wo Ihr Shop steht? Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an.

Kennzahlen

WCAG 2.2 AA

Prüfmaßstab für Shop-Audits

28.06.2025

BFSG-Pflicht seit

7,8 Mio.

Schwerbehinderte in DE (Destatis, Ende 2025)

EN 301 549

Europäische Norm als Prüfgrundlage

Shop-Accessibility-Audit

ab 2.480 € Festpreis netto
  • BFSG-Quick-Check als Einstieg: 490 € netto
  • Priorisierter Prüfbericht mit Lösungshinweisen
  • Barrierefreiheitserklärung: 390 € Festpreis
  • Laufendes BFSG-Monitoring ab 49 € pro Monat

KMU-Shop bis 30 Seiten. Unsere eigene Website bewerten wir selbst nach WCAG 2.2 AA; Stand und bekannte Einschränkungen stehen in unserer Erklärung zur Barrierefreiheit. Ohne Konformität drohen seit dem 28. Juni 2025 Bußgelder von bis zu 100.000 € (BFSG §37) und Abmahnungen. Auf Wunsch prüfen wir die Förderfähigkeit über die BAFA-Beratungsförderung.

Preisstand: Oktober 2026. Laufende Leistungen sind einzeln buchbar und mit einem Monat Frist zum Monatsende kündbar, eine Mindestlaufzeit gibt es nicht.

E-Commerce gehört zu den Bereichen, die das BFSG besonders breit erfasst: Fast jede Transaktion zwischen Händler und Endkunde läuft heute digital ab. Diese Seite beantwortet die Fragen, die vor jeder technischen Entscheidung stehen: Wer im Handel ist überhaupt verpflichtet? Was gilt für Marktplätze und die Angebote von Drittanbietern? Wie weit reicht die Pflicht in den stationären Handel, an Kassensysteme und Selbstbedienungsterminals? Und welcher wirtschaftliche Nutzen steht der Investition gegenüber? Wie ein bestehender Shop technisch barrierefrei umgesetzt wird, beschreibt die Seite zum barrierefreien Online-Shop; die Bestellstrecke im Detail behandelt die Seite zum barrierefreien Checkout. Die rechtlichen Grundlagen stehen unter BFSG-Anforderungen, die Preise unter Preise.

Shop-Accessibility · Risikomatrix
Barriere-Risiko im Kaufpfad
Häufigkeit mal Schwere je WCAG-Befund — Priorisierung fürs Shop-Audit
Achsen: Schwere hoch oben · Häufigkeit hoch rechts32 Befunde
kritisch · häufigSofort
Checkout-Felder ohne Label
Zahlung: Fehler nur als Farbe — blockiert den Kaufabschluss
kritisch · seltenhoch
Session-Timeout ohne Warnung
Trifft lange Checkout-Sitzungen
moderat · häufigmittel
Warenkorb-Update ohne ARIA-Live
Varianten-Widget ohne Rolle · viele Seiten
gering · seltenniedrig
Produktbild ohne Alt-Text
Einzelne dekorative Grafiken
Konformität72 %WCAG 2.2 AA
Kritisch · Kaufabschluss6Sofortmaßnahme
Prüfbericht4Prioritätsstufen
Shop-Audit Festpreisab 2.480 €
Kaufpfad priorisiert32 Befunde · live
Shop-Accessibility-Audit: Konformitätsstatus, Befunde nach Schweregrad und WCAG-Prinzipien entlang des Kaufpfads. Beispielhafte Darstellung — Werte illustrativ.

Warum E-Commerce besonders im BFSG-Fokus steht

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz setzt die EU-Richtlinie 2019/882 (European Accessibility Act) in deutsches Recht um und gilt für bestimmte Produkte und Dienstleistungen für Verbraucher, darunter Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr. Im Handel ist das nahezu jeder Online-Shop, der an Endkunden verkauft. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen: weniger als zehn Beschäftigte und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme. Für alle anderen gilt: Ab dem 28. Juni 2025 müssen die digitalen Dienstleistungen – also der Shop selbst, der Checkout-Prozess, die Auftragsbestätigung per E-Mail und Apps – den Anforderungen entsprechen. Verstöße können von Marktüberwachungsbehörden geahndet werden. Verbraucherzentralen und Behindertenverbände haben zudem das Recht, Abmahnungen auszusprechen.

Laut Schwerbehindertenstatistik des Statistischen Bundesamts lebten Ende 2025 gut 7,8 Millionen (Statistisches Bundesamt, 2026) Menschen mit schwerer Behinderung in Deutschland. Hinzu kommen ältere Nutzer, Menschen mit temporären Einschränkungen und Personen, die assistive Technologien wegen situativer Einschränkungen nutzen. Für den Handel ist diese Gruppe eine relevante Kundschaft: Demografie und Digitalisierung verstärken den Bedarf an barrierefreien Einkaufserlebnissen. Ein barrierefreier Online-Shop ist deshalb nicht nur eine rechtliche Pflicht, sondern erschließt eine Zielgruppe, die durch nicht-zugängliche Shops bislang ausgeschlossen war.

Der geschäftliche Rahmen in Zahlen

69 %
der Befragten mit Behinderung verlassen schwer bedienbare Websites
(Click-Away Pound, 2019 (UK))
7,8 Mio.
schwerbehinderte Menschen in DE, Ende 2025
(Statistisches Bundesamt, 2026)
28.06.2025
BFSG-Frist für Online-Shops
100.000 €
Höchstbußgeld (BFSG §37)

Die größten Barrieren im E-Commerce-Kaufpfad

Produktsuche und Filter

Autocomplete-Vorschläge ohne ARIA-Live-Region sind für Screenreader stumm. Filterleisten mit Checkboxen und Dropdowns müssen per Tastatur vollständig bedienbar sein. Facettenfilter mit dynamischem Seiteninhalt brauchen korrekte ARIA-Controls-Beziehungen.

Produktseiten und Varianten

Varianten-Auswahl (Farbe, Größe, Ausführung) als Kachel- oder Dropdown-Widget muss mit korrekter Rolle, Zustand und Tastatursteuerung umgesetzt sein. Produktbilder brauchen aussagekräftige Alternativtexte. Bewertungssterne müssen programmatisch lesbar sein.

Warenkorb und Bestellübersicht

Mengenfelder mit Stepper-Buttons, Entfernen-Funktionen und Live-Update des Warenkorbinhalts müssen für Screenreader verständlich sein. Preisaktualisierungen beim Ändern der Menge müssen als ARIA-Live-Ankündigung realisiert sein.

Checkout und Formularfelder

Jedes Formularfeld braucht ein programmatisch verknüpftes Label, Pflichtfelder müssen ausgezeichnet sein, Fehlermeldungen müssen per aria-describedby mit dem auslösenden Feld verknüpft sein. Multi-Step-Checkouts müssen den aktuellen Schritt per Breadcrumb und ARIA ankündigen.

Zahlungsformulare

Eingebettete Zahlungseingaben (iFrame-basierte Kreditkarten-Formulare) müssen intern barrierefrei sein. Wo der Händler keinen Einfluss auf Drittanbieter-iFrames hat, muss er barrierefreie Alternativen anbieten. Apple Pay, PayPal und SEPA-Lastschrift als Alternativen zum Kartenformular reduzieren die Eingabelast.

Bestellbestätigung und Kommunikation

Bestellbestätigungs-E-Mails müssen semantisch aufgebaut sein: Überschriftenstruktur, lesbare Tabellen für Artikelübersichten, ausreichender Kontrast und kein rein bild-basierter Inhalt. Transaktionsmails sind häufig der blinde Fleck in E-Commerce-Accessibility-Audits.

WCAG-2.2-Kriterien im E-Commerce: Die technische Ebene

Die WCAG 2.2 sind in vier Prinzipien gegliedert: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust. Im E-Commerce hat jedes Prinzip konkrete Ausprägungen. Das Prinzip der Wahrnehmbarkeit betrifft vor allem Produktbilder (Erfolgskriterium 1.1.1 Textalternativen), Video-Inhalte wie Produktvideos (1.2.x Zeitbasierte Medien) und Kontrastverhältnisse in Preisanzeigen und Schaltflächen (1.4.3 Kontrast). Das Prinzip der Bedienbarkeit trifft den Kern des Kaufpfads: Alle interaktiven Elemente müssen per Tastatur erreichbar sein (2.1.1), der Fokusindikator muss sichtbar sein (2.4.7 Fokus sichtbar) und darf nicht vollständig von anderen Inhalten verdeckt werden (2.4.11 Focus Not Obscured – Minimum, neu in WCAG 2.2), und bei zeitgebundenen Sessions (automatischer Logout im Checkout) müssen Nutzer gewarnt und die Zeit verlängerbar sein (2.2.1).

Das Prinzip der Verständlichkeit ist im Checkout besonders kritisch: Eingabefelder müssen den erwarteten Eingabetyp kommunizieren (3.3.2 Beschriftungen oder Anweisungen), Fehler müssen als Text beschrieben werden (3.3.1 Fehlererkennung), und bei rechtsverbindlichen Transaktionen wie Bestellungen muss eine Überprüfung und Korrektur vor Abschluss möglich sein (3.3.4 Fehlervermeidung). Das neue Erfolgskriterium 3.3.7 (Redundante Eingabe), ebenfalls neu in WCAG 2.2, schützt Nutzer davor, dieselben Daten mehrfach eingeben zu müssen – relevant für Rechnungs- und Lieferadresse im Checkout. Das Robustheitsprinzip schließlich fordert, dass alle Inhalte von aktuellen Screenreadern korrekt interpretiert werden können (4.1.2 Name, Rolle, Wert für alle UI-Komponenten).

WCAG 2.2: Die neuen Erfolgskriterien für den Handel

WCAG 2.2 ergänzte im Oktober 2023 neue Erfolgskriterien; vier davon betreffen den E-Commerce direkt: 2.4.11 Focus Not Obscured (Minimum) (Fokus-Element nicht vollständig verdeckt), 2.5.8 Target Size (Minimum) (Mindestgröße von Klick- und Tippzielen), 3.2.6 Consistent Help (Hilfe-Links konsistent platziert) und 3.3.7 Redundant Entry (kein wiederholtes Eingeben bereits angegebener Informationen). Als Referenz gilt derzeit die EN 301 549 V3.2.1 auf Grundlage der WCAG 2.1 AA; die im September 2026 veröffentlichte Fassung V4.1.1 übernimmt WCAG 2.2 und wird zur Referenz, sobald die EU-Kommission sie im Amtsblatt zitiert. Wer heute umbaut, berücksichtigt die neuen Kriterien deshalb sinnvollerweise gleich mit.

Vom Befund zur Konformität

Checkout-Remediation: von der Barriere zur Konformität

Typische Muster im Kaufpfad sind technisch funktionierende, aber nicht zugängliche Bausteine. Wir beheben sie im vorhandenen Shop-Code oder als Template-Anpassung und prüfen die Behebung im Retest.

  • Varianten-Auswahl-Widgets ohne ARIA-Rolle und Tastatursteuerung
  • Fehlermeldungen im Checkout als rote Bordüre ohne Textbeschreibung
  • Produktbilder mit fehlenden oder redundanten Alternativtexten
  • Filter-Checkboxen ohne sichtbares Label (nur Tooltip)
  • Warenkorb-Update per JavaScript ohne ARIA-Live-Ankündigung
  • Session-Timeout im Checkout ohne Warnung und Verlängerung
Vorher3 Barrieren
Feld ohne Label
Kein programmatisches Label
Fehler nur rot umrandet
Kontrast 2,9:1
VS
NachherWCAG 2.2 AA
E-Mail-Adresse
Label und aria-describedby
Fehlertext im Klartext
Kontrast 4,7:1

Tastatur und Screenreader-Ausgabe im gesamten Kaufpfad

Regelprüfungen allein erkennen nur einen Teil der Barrieren. Den Kern bewerten wir je Kriterium: Wir bedienen den kompletten Kaufpfad ausschließlich mit der Tastatur und prüfen in jedem Schritt, was er an Screenreader übergibt – von der Produktsuche über den Warenkorb bis zur zahlungspflichtigen Bestellung.

  • Namen, Rollen und Zustände am Original-Kaufpfad
  • Vollständige Tastaturnavigation: Tab, Enter, Escape ohne Fallen
  • Zoom-Test auf 200 % und 400 % ohne Inhaltsverlust
  • Kontrastmessung an Preisen, Buttons und Fehlerhinweisen (4,5:1)
Warenkorb-Widget
Menge
−2+
Zwischensumme79,80 €
Weiter zur Kasse
Übergebene Auszeichnung
Menge, Schrittzähler, 2
Zwischensumme aktualisiert: 79,80 €
Weiter zur Kasse, Schaltfläche

Shop-Plattformen und barrierefreie Umsetzung

Die Wahl der Shop-Plattform hat direkten Einfluss auf den Aufwand für Barrierefreiheit. Systeme wie Shopware Community Edition, TYPO3 mit Shop-Extension oder WordPress bieten unterschiedliche Ausgangspunkte. Shopware CE bringt seit Version 6.6 schrittweise Verbesserungen der Barrierefreiheit mit, etwa bei Fokusdarstellung, Navigation und Filtern – diese müssen jedoch konsequent durch Templates und Custom Components ergänzt werden. TYPO3 bietet durch sein semantisches Fluid-Template-System gute Voraussetzungen für zugängliche Produktseiten, während individuelle JavaScript-Erweiterungen häufig die Schwachstellen einführen.

Unabhängig von der Plattform gilt: Die Barrierefreiheit eines Shops ist nur so gut wie das schwächste Glied. Eine barrierefreie Produktlisting-Seite hilft wenig, wenn das Checkout-Formular fehlende Labels und stumme Fehlermeldungen hat. Deshalb auditieren wir den gesamten Kaufpfad als Nutzungsszenario: Von der Produktsuche über die Produktdetailseite, Variantenauswahl, Warenkorb, Checkout-Schritte bis zur Bestellbestätigung. Wir prüfen die Ausgabe für Screenreader, bedienen alles ausschließlich mit der Tastatur, prüfen den Umbruch bei 320 Pixeln Breite und ordnen jeden Befund dem zugehörigen WCAG-Kriterium zu.

Unser Audit-Vorgehen für Online-Shops

Wir erfassen alle relevanten Seiten und Funktionen: Shop-Startseite, Kategorieseiten, Suchergebnisseiten, Produktdetailseiten, Warenkorb, Checkout-Schritte, Login und Konto-Bereich. Jeder Schritt wird als Nutzungsszenario dokumentiert, um eine realistische Prüfung aus Nutzerperspektive zu ermöglichen.

Kaufpfad prüfen lassen, bevor Barrieren zum Risiko werden

Geschäftlicher Nutzen barrierefreier Online-Shops

Barrierefreie Online-Shops können mehr Käufer erreichen. Menschen mit motorischen Einschränkungen, die auf Tastaturnavigation angewiesen sind, ältere Nutzer mit eingeschränkter Sehleistung und Screenreader-Nutzer schließen Bestellungen nur dann ab, wenn der Kaufpfad keine technischen Sackgassen enthält. In der britischen Click-Away-Pound-Umfrage gaben 69 Prozent (Click-Away Pound, 2019) der Befragten mit Behinderung an, eine schwer bedienbare Website einfach zu verlassen. Für den E-Commerce bedeutet das Umsatzeinbußen: abgebrochene Warenkörbe, die nicht an fehlender Kaufabsicht, sondern an technischer Nichtbedienbarkeit liegen.

Darüber hinaus verbessert Barrierefreiheit die allgemeine Usability für alle Nutzer. Ein Checkout mit klaren Fehlermeldungen und verständlichen Labels kann die Abbruchrate auch bei Nutzern ohne Behinderungen senken. Eine logische Seitenstruktur mit semantischen Überschriften hilft Suchmaschinen beim Crawlen und Indexieren – WCAG-Konformität und SEO-Performance ergänzen sich. Die Investition in Barrierefreiheit wirkt deshalb mehrfach: geringeres rechtliches Risiko, eine breitere Zielgruppe und ein Kaufpfad, der für alle leichter zu bedienen ist.

Barrierefreiheit im stationären Handel und Omnichannel

Das BFSG gilt nicht nur für reine Online-Shops. Auch Zahlungsterminals, interaktive Selbstbedienungsterminals und Apps für Click-and-Collect können unter das Gesetz fallen. Im Omnichannel-Handel entstehen deshalb komplexe Prüfszenarien: Die Web-App muss für Screenreader bedienbar sein, das Terminal im Laden muss eigene Anforderungen an Ausgabe und Bedienung erfüllen, und die App muss die iOS- und Android-Accessibility-APIs korrekt nutzen.

Für den stationären Handel bedeutet das konkret: Selbstbedienungsterminals, die unter das Gesetz fallen, müssen nach § 7 BFSGV unter anderem mit Sprachausgabe ausgestattet sein, die Benutzung von Einzel-Kopfhörern ermöglichen und vorhandene Tasten mit ausreichendem Kontrast und taktil erkennbar ausführen. Loyalty-Apps und Gutschein-Systeme, die an den Kaufprozess gekoppelt sind, können ebenfalls unter die BFSG-Pflicht fallen, wenn sie auf den Abschluss eines Verbrauchervertrags zielen. Wir begleiten Händler bei der Analyse ihres gesamten digitalen Ökosystems und priorisieren die Maßnahmen nach rechtlichem Risiko und Nutzungsfrequenz. Dabei arbeiten wir eng mit den Leistungen der barrierefreien Webentwicklung zusammen. Shop und Web-Oberflächen prüfen wir im Browser; bei Terminals und nativen Apps begleiten wir die Entwicklung, Tests auf echten Geräten gehören nicht zu unserer Prüfung.

Besonderheiten bei Marktplätzen und Plattformbetreibern

Betreiber von Marktplätzen, auf denen Drittanbieter ihre Produkte listen, tragen eine besondere Verantwortung: Sie müssen die Plattform selbst barrierefrei gestalten und klären, welche Inhalte der Händler ihrer Kontrolle unterliegen. Ausgenommen sind nach § 1 Abs. 4 BFSG nur Inhalte Dritter, die der Betreiber weder finanziert noch entwickelt noch kontrolliert. Produktbilder ohne Alternativtexte, Händler-Uploads ohne Textbeschreibungen und individuelle Händler-Landingpages innerhalb der Plattform können die BFSG-Konformität gefährden, selbst wenn die Plattformstruktur selbst zugänglich ist.

Wir unterstützen Marktplatzbetreiber bei der Erstellung von Redaktions-Leitfäden, die Händler zur barrierefreien Inhaltseingabe verpflichten, bei der Integration von automatisierten Validierungen in den Upload-Prozess (zum Beispiel Pflichtfeld für Alternativtext bei Produktbildern) und bei der Schulung interner Redaktionsteams.

Preise für barrierefreien E-Commerce

Transparente Festpreise statt Angebots-Blackbox. Der passende Einstieg hängt von Shop-Größe und Ausgangszustand ab – nach dem WCAG-Audit erhalten Sie ein verbindliches Festangebot.

BFSG-Quick-Check

Schneller Einstieg: Startseite und Kaufpfad als geschäftskritischer Prozess im Blick.

490 € einmalig
  • Prüfung nach den Erfolgskriterien der WCAG 2.2 AA
  • Startseite und ein geschäftskritischer Prozess im Blick
  • Kurzbericht mit den kritischsten Befunden
  • Ergänzt die kostenlose BFSG-Ersteinordnung aus dem Erstgespräch um Prüfbefunde (keine Rechtsberatung)
  • Vollständig anrechenbar auf ein späteres Vollaudit
Quick-Check anfragen
Empfohlen

Shop-WCAG-Audit

Vollaudit des gesamten Kaufpfads für KMU-Shops bis 30 Seiten.

ab 2.480 € Festpreis
  • Kompletter Kaufpfad: Suche bis Bestellbestätigung
  • Messung plus Prüfung der Screenreader-Ausgabe
  • Priorisierter Prüfbericht mit Lösungshinweisen
  • Barrierefreiheitserklärung optional für 390 €
Shop-Audit anfragen

Shop-Komplett

Audit, technische Remediation und Nachweis aus einer Hand.

ab 4.900 € Audit + Umsetzung
  • Alles aus dem Shop-WCAG-Audit
  • Technische Behebung im Shop-Code oder Template
  • Retest der behobenen Befunde
  • BFSG-Monitoring ab 49 € pro Monat optional
Komplettpaket anfragen

Alle Preise netto zzgl. USt. Der Einstieg ab 2.480 € gilt für KMU-Shops bis 30 Seiten; größere Shops und individuelle Checkout-Strecken kalkulieren wir nach Sichtung. Einzelne Dokumente als barrierefreies PDF ab 4,90 € je Seite (Mindestpauschale 149 € je Dokument).

Frist 28. Juni 2025: Was jetzt noch möglich ist

Die Frist ist abgelaufen, die Anforderungen gelten. Ein vollständiger Accessibility-Retrofit eines komplexen Shops mit Dutzenden Produktkategorien, individuellem Checkout und Eigenentwicklungen braucht je nach Ausgangslage erheblichen Vorlauf. Wer jetzt noch nicht mit der Prüfung begonnen hat, sollte zunächst eine Risikopriorisierung durchführen: Checkout und Zahlungsformulare sind die kritischsten Bereiche. Fordern Sie eine erste Einschätzung an – wir helfen bei der realistischen Planung des BFSG-Projekts.

Drei Beiträge zu den kritischen Stellen im Handel

Für die Bestellstrecke selbst empfehlen wir den Beitrag zum barrierefreien Checkout. Wo Produktvergleiche, Preisstaffeln oder Verfügbarkeiten in Tabellen stehen, hilft der Beitrag zu barrierefreien Datentabellen. Und weil Login und Bezahlvorgang immer häufiger zusätzliche Sicherheitsschritte enthalten, ordnet der Beitrag zu barrierefreier Authentifizierung und CAPTCHAs ein, welche Verfahren zulässig bleiben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit dem 28. Juni 2025 müssen Online-Shops, Marktplätze und Buchungssysteme nach BFSG barrierefrei sein – Verstöße können mit bis zu 100.000 € (BFSG §37) geahndet werden.
  • Der gesamte Kaufpfad zählt: Produktsuche, Varianten, Warenkorb, Checkout, Zahlung und Bestellbestätigung müssen barrierefrei sein. Als Prüfmaßstab dient WCAG 2.2 AA; er umfasst die Anforderungen der WCAG 2.1 AA, auf die sich die EN 301 549 V3.2.1 stützt.
  • Wir prüfen mit Messung, Bewertung je Kriterium sowie Tastatur und Ausgabe für Screenreader und liefern einen priorisierten Prüfbericht mit Lösungshinweisen.
  • Shop-Audit ab 2.480 € Festpreis, BFSG-Quick-Check für 490 €, Komplettpaket mit Umsetzung ab 4.900 € – alle Preise netto.
  • Unsere eigene Website bewerten wir selbst nach WCAG 2.2 AA; Stand und bekannte Einschränkungen stehen in unserer Erklärung zur Barrierefreiheit.

Häufige Fragen aus dem E-Commerce

So könnte das Kundenportal von Stadtwerken aussehen

Der Entwurf zeigt Aufbau und Bedienung: kurze Wege zu Zählerstand und Abschlag, ein Formular mit Fehlerhinweis am Feld, Leichte Sprache und Schriftgröße im Kopf. Der Versorger darin ist erfunden.

Entwurf
Kommunaler Versorger

Kundenportal mit Selbstbedienung und Leichter Sprache

Ein Entwurf für ein Stadtwerke-Portal: Zählerstand melden, Abschlag ändern und Umzug eintragen liegen als sechs kurze Wege nebeneinander, das Formular prüft die Eingaben und stellt den Fehler als Text direkt an das Feld. Der Meldeweg bei Störungen steht in vier Schritten da, der Tarifvergleich als Tabelle mit beschrifteten Spalten und Zeilen. Schriftgröße und Leichte Sprache lassen sich im Kopf der Seite umschalten.

Leichte SpracheSchriftgrößeFormularprüfungStörungsmeldung

Exemplarische Layoutentwürfe zur Veranschaulichung. Die gezeigten Betriebe sind erfunden; es handelt sich nicht um Kundenprojekte.

Worum geht es?

Ein Klick genügt — alles Weitere ist freiwillig.

Erzählen Sie kurz vom Projekt

Alle Angaben hier sind freiwillig.

So, wie die Adresse im Browser steht, mit oder ohne https://.

Wann soll es losgehen? (optional)
Grober Budgetrahmen (optional)

Freiwillig — festlegen müssen Sie sich damit nicht.

Stichworte genügen. Wenn Sie etwas schreiben, bitte mindestens 5 Zeichen.

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