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Barrierefreien Online-Shop umsetzen: prüfen, beheben, nachweisen

Diese Seite beschreibt die Umsetzung: Wie wir einen bestehenden Shop Schritt für Schritt WCAG-2.2-AA-konform machen — Audit, Behebung direkt im Template-Code, Nachtest und Barrierefreiheitserklärung. Ohne Relaunch, wo der bestehende Code das zulässt. Shop-Audit ab 2.480 € netto, Komplettpaket ab 4.900 € netto.

Umsetzung im Bestandscode statt Relaunch BFSG-Pflicht seit 28. Juni 2025 Shop-Audit ab 2.480 € Nachtest und Barrierefreiheitserklärung

Kurz und einfach erklärt

Auf dieser Seite geht es um Online-Shops. Wir machen bestehende Shops barrierefrei. Barrierefrei heißt, alle Menschen können den Shop nutzen.

Wir prüfen den Shop nach den WCAG. Das sind Regeln für barrierefreie Webseiten. Wir testen den Kauf mit der Tastatur. Und wir prüfen, was ein Vorleseprogramm ansagen kann.

Dann beheben wir die Fehler im Code. Suche, Warenkorb und Kasse kommen zuerst. Oft braucht es dafür keinen neuen Shop.

Danach testen wir noch einmal. Dazu gehört eine Erklärung zur Barrierefreiheit.

Das BFSG ist ein Gesetz. Viele Online-Shops fallen in der Regel darunter. Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an.

Kennzahlen

EN 301 549

Prüfgrundlage

WCAG 2.2 AA

Prüfmaßstab

15–25

Seitentypen im Audit-Scope

Festpreis

nach Sichtung des Shops

Shop-Barrierefreiheit zum Festpreis

ab 2.480 € Shop-WCAG-Audit netto
  • BFSG-Quick-Check als Einstieg für 490 €
  • Shop-WCAG-2.2-Audit (bis 30 Seitentypen)
  • Audit plus Remediation als Komplettpaket ab 4.900 €
  • Laufendes BFSG-Monitoring ab 49 € pro Monat

BFSG-Pflicht seit 28. Juni 2025 — bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 100.000 € (BFSG §37). Unsere eigene Website bewerten wir selbst nach WCAG 2.2 AA; Stand und bekannte Einschränkungen stehen in unserer Erklärung zur Barrierefreiheit.

Preisstand: Oktober 2026. Laufende Leistungen sind einzeln buchbar und monatlich kündbar, eine Mindestlaufzeit gibt es nicht.

Diese Seite beantwortet eine einzige Frage: Wie wird ein bereits bestehender Online-Shop barrierefrei? Es geht also um die Umsetzung — um Audit, Priorisierung, Eingriffe im Template-Code, Nachtest und Nachweis. Betroffen ist der gesamte Shop: Produktsuche, Kategorien und Filter, Produktdetailseite mit Bildern, Varianten und Bewertungen, Warenkorb, Kundenkonto und Content-Seiten. Wenn Sie speziell die Bestellstrecke im Blick haben — Adressformular, Fehlerdialoge, Zahlarten, Bestellbestätigung —, führt die Seite zum barrierefreien Checkout tiefer. Welche BFSG-Pflichten für Händler, Marktplätze und den stationären Handel insgesamt gelten, ordnet barrierefreier E-Commerce ein. Den rechtlichen Rahmen selbst beschreibt die Seite zu den BFSG-Anforderungen.

Shop-Barrierefreiheit auf einen Blick: der Audit-Bericht

WCAG 2.2 AA · der barrierefreie Kaufpfad
Die Bausteine eines barrierefreien Onlineshops
Ein bedienbarer Shop entsteht aus dem Zusammenspiel dieser Elemente
Barrierefreier Onlineshop
Tastaturbedienung im KaufpfadARIA-Live: Warenkorb-AnsageKontrast ≥ 4,5:1Alt-Texte für ProduktbilderLogische Fokus-ReihenfolgeBeschriftete FormularfelderBarrierefreier CheckoutFilter mit Ergebnisansage
Kaufpfad-Zonen6/6geprüft
Seitentypen im Scope22je Ansicht bewertet
Konformität86 %+31 seit Start
Shop-Auditab 2.480 € netto
GeprüftTastatur · Screenreader-Ausgabe
Beispielhafte Darstellung eines Shop-WCAG-2.2-Audits: Bausteine des Kaufpfads, Prüfumfang und Konformitätsstand. Werte illustrativ, kein Kundenprojekt.

Die häufigsten Barrieren im Kaufprozess — und wie wir sie beheben

E-Commerce-Plattformen sind technisch komplex: interaktive Filterleisten, dynamische Warenkorbaktualisierungen, mehrstufige Checkouts und JavaScript-gesteuerte Produktkonfiguratoren stellen besondere Herausforderungen an die Barrierefreiheit. Die WebAIM Million Studie zeigt, dass die Startseiten von Shopping-Websites überdurchschnittlich viele automatisch erkennbare WCAG-Fehler aufweisen (Quelle: WebAIM Million 2024). Über alle untersuchten Startseiten hinweg sind kontrastarme Texte, fehlende Alternativtexte, fehlende Formular-Labels sowie leere Links und Schaltflächen die häufigsten erkannten Fehler. Probleme bei Tastaturbedienung und dynamischen Inhalten zeigen sich erst, wenn man jeden Ablauf durchspielt.

Produktsuche und Filterung

Autovervollständigung muss per Tastatur bedienbar sein, Suchergebnisse per ARIA-Live-Region angekündigt werden. Filter-Widgets benötigen korrekte ARIA-Rollen (combobox, listbox) und die Ergebnisanzahl muss nach Filteränderung kommuniziert werden.

Produktdetailseiten

Produktbilder benötigen beschreibende Alt-Texte, Bildergalerien müssen per Tastatur navigierbar sein. Varianten-Auswahl (Größe, Farbe) erfordert korrekte ARIA-Attribute und visuell eindeutige aktive Zustände mit ausreichendem Kontrast.

Warenkorb und Mengenänderung

Dynamische Warenkorbaktualisierungen müssen per ARIA-Live-Region angekündigt werden. Mengenfelder brauchen Labels, Löschfunktionen müssen per Tastatur erreichbar sein und Preisänderungen müssen Screenreadern kommuniziert werden.

Checkout-Prozess

Mehrstufige Checkouts benötigen klare Fortschrittsanzeigen (etwa das Attribut aria-current mit dem Wert step), alle Formulare müssen Labels und Fehlermeldungen haben, und der aktuelle Schritt muss für Screenreader erkennbar sein.

Bezahlung und Sicherheit

Zahlungsformulare müssen vollständig per Tastatur bedienbar sein. CAPTCHAs müssen zugängliche Alternativen bieten (WCAG 1.1.1, bei Anmeldeschritten zusätzlich 3.3.8). Passwort-Manager und Autofill müssen unterstützt werden. Sicherheitshinweise brauchen ausreichenden Kontrast.

Bestellbestätigung und Konto

Bestellbestätigungsseiten müssen semantisch strukturiert sein. Kundenkonto-Bereiche (Bestellhistorie, Adressverwaltung, Retourenportal) müssen dieselben Barrierefreiheitsstandards erfüllen wie der öffentliche Bereich des Shops.

Unser Ansatz: Shop-Barrierefreiheit in vier Phasen

Wir prüfen den gesamten Kaufprozess gegen die Erfolgskriterien der WCAG 2.2 auf den Stufen A und AA. Der Audit-Scope umfasst typischerweise 15 bis 25 Seitentypen: Startseite, Kategorie, Produktdetail, Suche, Warenkorb, jeden Checkout-Schritt, Login, Registrierung, Kundenkonto und Kontaktformular. Mehr zum Audit-Prozess

Vom Audit zur nutzbaren Bestellung

Der kritische Kaufpfad zuerst

Wir priorisieren die geschäftskritischen Schritte: Produktsuche, Produktdetail, Warenkorb und Checkout. So werden die wichtigsten Prozesse zuerst nutzbar, bevor unterstützende Bereiche folgen.

  • Prüfung nach WCAG 2.2 AA und EN 301 549
  • 15 bis 25 Seitentypen im Audit-Scope
  • Durchgang per Tastatur mit Prüfung der Screenreader-Ausgabe
1 · Kritischer Kaufpfad — Suche, Produkt, Warenkorb, CheckoutPrio 1
2 · Unterstützende Bereiche — Navigation, Footer, KundenkontoPrio 2
3 · Content und Marketing — Newsletter, Landingpages, DokumentePrio 3
BFSG-Konformität für Umsatzprozesse zuerstnach Umsatzrelevanz

Typische Barrieren im Checkout-Prozess

Der Checkout ist der geschäftskritischste Bereich eines Online-Shops und zugleich besonders anfällig für Barrieren. Hier treffen komplexe Formulare, dynamische Validierung, Zahlungsintegration und Adressvorschläge aufeinander. Die folgenden Beispiele illustrieren typische Barrieren und unsere Lösungsansätze.

Checkout: von der Barriere zur abgeschlossenen Bestellung

Vorher rot, nachher konform

Viele Checkout-Barrieren sind für sehende Nutzer unsichtbar, aber ein hartes Hindernis für Screenreader und Tastaturbedienung. Wir machen jedes Feld eindeutig beschriftet, kontraststark und mit verständlichen Fehlertexten — mit möglichst geringen Eingriffen ins Design.

  • Sichtbare, programmatisch verknüpfte Labels
  • Kontraste angehoben auf mindestens 4,5:1
  • Fehlermeldungen mit konkretem Korrekturhinweis
Vorher · Adressfeld3 Verstöße
Kein Label — Screenreader liest nur „Eingabefeld“
Kontrast 2,4:1 — unter 4,5:1 (WCAG 1.4.3)
Fehler nur rot markiert, ohne Text
VS
Nachher · Adressfeldkonform
Sichtbares Label, programmatisch verknüpft
Kontrast 5,1:1 — AA erfüllt
Fehlertext mit konkretem Korrekturhinweis
Beispiel · Adressfeld im CheckoutWCAG 3.3.1–3.3.4

Shop-Plattformen, die wir barrierefrei machen

Die Barrierefreiheitsanforderungen sind plattformübergreifend identisch, aber die technische Umsetzung variiert je nach Shopsystem. Wir richten die Umsetzung am jeweiligen Shopsystem aus und berücksichtigen dessen plattformspezifische Besonderheiten.

Shopware

Barrierefreiheitsoptimierung für Shopware Community Edition: Theme-Anpassungen, Plugin-Modifikationen, Template-Overrides für semantisches HTML und ARIA-Attribute. Fokus auf die Storefront-Komponenten und den Checkout-Flow.

SaaS-Shopsysteme

Barrierefreiheitsanpassungen für gehostete Shopsysteme: Template-Optimierung, CSS-Kontrastanpassungen, JavaScript-Erweiterungen für Tastaturnavigation und ARIA-Live-Regionen. Berücksichtigung plattformspezifischer Checkout-Einschränkungen.

CMS-basierte Shops

Barrierefreiheitsoptimierung für CMS-basierte Online-Shops: Theme-Anpassungen, Plugin-Kompatibilitätsprüfung, Custom-Widget-Barrierefreiheit und Block-Editor-Optimierung. Checkout- und Warenkorb-Seiten als besondere Fokuspunkte.

Enterprise-E-Commerce

Barrierefreiheitsoptimierung für Enterprise-Shoplösungen: Layout-Anpassungen, Template-Overrides, JavaScript-Widget-Optimierung und Checkout-Flow-Verbesserungen. Berücksichtigung komplexer Komponentenarchitekturen und Multi-Store-Setups.

Custom Shops

Barrierefreiheitsberatung und -umsetzung für individuelle E-Commerce-Lösungen auf Basis von React, Vue, Angular, Next.js oder Svelte. Barrierefreie Komponentenentwicklung und Design-System-Integration.

Headless Commerce

Barrierefreiheitsoptimierung für Headless-Architekturen mit getrenntem Frontend und Backend. Besondere Aufmerksamkeit auf clientseitiges Routing, dynamische Inhaltsaktualisierungen und Zustandsmanagement für assistive Technologien.

Bereit für einen Shop, in dem jeder kaufen kann?

Wirtschaftliche Vorteile barrierefreier Online-Shops

Barrierefreiheit im E-Commerce ist nicht nur rechtliche Pflicht, sondern auch ein wirtschaftliches Argument. Gut 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen lebten Ende 2025 in Deutschland (Quelle: Destatis, Pressemitteilung vom 13. Juli 2026), dazu kommen Millionen Menschen mit vorübergehenden Einschränkungen und die wachsende Gruppe der über 65-Jährigen. Eine barrierefreie Benutzeroberfläche verbessert zudem die allgemeine Usability: Klare Formulare, verständliche Fehlermeldungen und eine logische Seitenstruktur reduzieren Kaufabbrüche für alle Nutzer.

Studien zeigen, dass die durchschnittliche Warenkorb-Abbruchrate im E-Commerce bei rund 70 Prozent liegt (Quelle: Baymard Institute, Stand September 2025). Ein Teil dieser Abbrüche geht auf Usability-Probleme zurück: unverständliche Formulare, fehlende Fehlermeldungen, verwirrende Navigation und mangelnde Transparenz im Checkout. Viele dieser Probleme überschneiden sich mit Barrierefreiheitsbarrieren. Die Behebung von WCAG-Verstößen verbessert daher nicht nur die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderung, sondern kann auch Kaufabbrüche senken und die Conversion-Rate für alle Kunden verbessern.

Was barrierefreie Shops gewinnen

Größere Zielgruppe

Gut 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen lebten Ende 2025 in Deutschland (Quelle: Destatis), dazu Menschen mit vorübergehenden Einschränkungen und die wachsende Gruppe der über 65-Jährigen.

Weniger Kaufabbrüche

Die durchschnittliche Warenkorb-Abbruchrate liegt bei rund 70 Prozent (Quelle: Baymard Institute, Stand September 2025). Klare Formulare und verständliche Fehlermeldungen senken Abbrüche für alle Nutzer.

Geringeres Rechtsrisiko

Online-Shops fallen direkt unter das BFSG. Eine Umsetzung nach WCAG 2.2 AA verringert das Risiko von Bußgeldern und Unterlassungsklagen.

AspektNicht barrierefreier ShopBarrierefreier Shop
Erreichbare ZielgruppeMenschen mit Behinderung faktisch ausgeschlossenAuch für Menschen mit Behinderung nutzbar
KaufabbrücheUnklare Formulare erhöhen AbbrücheKlare Labels und Fehlertexte senken Abbrüche
RechtsrisikoBußgeld bis 100.000 € und Abmahnungen möglichUmsetzung in der Barrierefreiheitserklärung dokumentiert
Bedienung mobilTouch-Ziele und Zoom oft unbrauchbar24x24 px Ziele, Reflow bis 320 px geprüft
ReputationNegative Berichte in sozialen MedienPositionierung als inklusive Marke
SEO und UsabilitySemantische Mängel können Rankings schwächenSaubere Semantik unterstützt die Auffindbarkeit

Mobile Commerce und Barrierefreiheit

Ein wachsender Anteil des E-Commerce-Umsatzes wird über mobile Geräte generiert. Für die Barrierefreiheit bedeutet das: Ihr Online-Shop muss nicht nur auf Desktop-Computern, sondern auch auf Smartphones und Tablets mit aktivierten Bedienungshilfen nutzbar sein. Mobile Screenreader werten HTML und ARIA teilweise anders aus als Desktop-Screenreader. Wir prüfen darum jede Ansicht auch in der Smartphone-Darstellung darauf, was sie an die Zugänglichkeitsschnittstelle übergibt; Tests mit bestimmten Screenreadern auf echten Geräten gehören nicht dazu.

Die WCAG 2.2 adressieren mobile Barrierefreiheit gezielt: Erfolgskriterium 2.5.8 fordert eine Mindestgröße von 24x24 CSS-Pixeln für interaktive Zielgebiete, um die Bedienbarkeit für Menschen mit motorischen Einschränkungen zu verbessern. Erfolgskriterium 2.5.7 verlangt, dass Drag-and-Drop-Interaktionen auch ohne Ziehbewegungen bedienbar sind, was für Touch-Geräte besonders relevant ist. Darüber hinaus muss die Reflow-Anforderung (1.4.10) sichergestellt werden: Inhalte müssen bei 400 Prozent Zoom, was einer Viewport-Breite von 320 CSS-Pixeln entspricht, ohne horizontales Scrollen nutzbar sein. Unser Audit prüft alle diese Anforderungen in der Desktop- und der Smartphone-Darstellung, auch in geöffneten Zuständen wie Menü und Dialog.

Barrierefreie Produktdaten und Katalogpflege

Die Barrierefreiheit eines Online-Shops hängt nicht nur von der technischen Infrastruktur ab, sondern auch von der Qualität der Produktdaten. Alt-Texte für Produktbilder müssen das Produkt aussagekräftig beschreiben: nicht nur den Produktnamen, sondern auch relevante visuelle Merkmale wie Farbe, Material und Form. Bei umfangreichen Katalogen mit Tausenden Produkten empfehlen wir eine systematische Alt-Text-Strategie: Definition einer konsistenten Beschreibungsstruktur, Schulung der Produktdatenpfleger und Qualitätskontrolle durch stichprobenartige Prüfung. Darüber hinaus müssen Produktbeschreibungen in verständlicher Sprache verfasst sein, Tabellen mit technischen Daten müssen korrekt ausgezeichnet sein und downloadbare Dokumente wie Datenblätter und Anleitungen müssen barrierefrei erstellt werden.

Besondere Aufmerksamkeit erfordern auch die Suchfunktion und die Filternavigation. Die Autovervollständigung der Suche muss per Tastatur bedienbar sein und Vorschläge per ARIA-Live-Region ankündigen. Filterergebnisse müssen nach jeder Filteränderung die aktualisierte Ergebnisanzahl kommunizieren. Facettierte Navigationselemente benötigen korrekte ARIA-Rollen und -Zustände, damit Screenreader-Nutzer verstehen, welche Filter aktiv sind und wie viele Ergebnisse verbleiben. Diese Interaktionsmuster sind technisch anspruchsvoll, aber mit den richtigen ARIA-Patterns zuverlässig lösbar.

Rechtliche Risiken bei nicht-barrierefreien Online-Shops

Online-Shops tragen ein besonders hohes Compliance-Risiko, da sie als Dienstleistungen des elektronischen Geschäftsverkehrs direkt unter das BFSG fallen. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten: Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme (§ 3 Abs. 3 und § 2 Nr. 17 BFSG). Bei Verstößen drohen nicht nur Bußgelder von bis zu 100.000 € (Quelle: BFSG §37), sondern auch Unterlassungsklagen durch Verbraucherschutzverbände und Behindertenverbände. In den USA, wo der ADA Title III bereits seit Jahren für Barrierefreiheitsklagen genutzt wird, zeigt sich, dass E-Commerce-Unternehmen überproportional häufig verklagt werden (Quelle: UsableNet ADA Litigation Report 2024). Eine ähnliche Entwicklung in der EU ist nicht ausgeschlossen.

Neben den direkten rechtlichen Konsequenzen birgt ein nicht-barrierefreier Online-Shop auch ein Reputationsrisiko. Berichte über mangelnde Barrierefreiheit verbreiten sich in sozialen Medien und in der Behindertenrechtsbewegung schnell und können das Markenimage nachhaltig beschädigen. Umgekehrt positionieren sich Unternehmen, die proaktiv in Barrierefreiheit investieren, als verantwortungsbewusst und inklusiv. Dieses Engagement kann ein Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb sein, besonders in Branchen, in denen die Konkurrenz das Thema noch nicht ernst nimmt. Unser WCAG 2.2 Audit zeigt Ihnen, wo Ihr Shop die Anforderungen bereits erfüllt und wo nachgebessert werden muss.

Barrierefreie Kundenkommunikation im E-Commerce

Die Barrierefreiheitspflicht des BFSG beschränkt sich nicht auf den Shop selbst. Auch die damit verbundene Kundenkommunikation sollte barrierefrei gestaltet sein: Bestellbestätigungen per E-Mail müssen semantisch strukturiert und mit assistiven Technologien lesbar sein. Rechnungen und Lieferscheine, die als PDF bereitgestellt werden, müssen getaggt und barrierefrei navigierbar sein. Kundenservice-Kanäle müssen alternative Kontaktmöglichkeiten bieten, nicht nur telefonisch, sondern auch per E-Mail, Chat oder Kontaktformular. Retourenportale und Reklamationsprozesse müssen ebenso barrierefrei sein wie der Kaufprozess selbst.

Besondere Aufmerksamkeit verdient auch die Barrierefreiheit von Marketing-Inhalten: Newsletter sollten semantisch korrekt aufgebaut sein und aussagekräftige Alt-Texte für Produktbilder enthalten. Landingpages für Werbekampagnen müssen dieselben Barrierefreiheitsstandards erfüllen wie reguläre Shopseiten. Auch wenn der Newsletter selbst nicht direkt unter das BFSG fällt, ist es aus Nutzerperspektive inkonsistent, wenn der Shop barrierefrei ist, aber die zugehörige Kommunikation nicht. Eine durchgängig barrierefreie Kundenerfahrung vom ersten Kontaktpunkt bis zum After-Sales-Service stärkt das Vertrauen und die Kundenbindung.

Wir beraten Sie ganzheitlich zu allen Aspekten der barrierefreien E-Commerce-Erfahrung: vom Shop selbst über die Transaktionskommunikation bis zum Kundenservice. In unserem WCAG 2.2 Audit berücksichtigen wir alle relevanten Touchpoints und geben konkrete Empfehlungen für jeden Bereich. So schaffen Sie die Grundlage für eine durchgängig barrierefreie Erfahrung Ihrer Kunden, unabhängig davon, über welchen Kanal sie mit Ihrem Unternehmen interagieren.

Durchgängig barrierefrei vom Klick bis zur Rechnung

Jeder Touchpoint zählt

Barrierefreiheit endet nicht am Bestellbutton. Auch Bestellbestätigung, PDF-Rechnung, Kundenservice und Retourenportal müssen mit assistiven Technologien nutzbar sein. Eine durchgängige Erfahrung stärkt Vertrauen und Kundenbindung.

  • Semantisch strukturierte Bestätigungs-E-Mails
  • Getaggte, navigierbare PDF-Rechnungen
  • Alternative Kontaktkanäle: E-Mail, Chat, Formular
Kauf
Bestätigung
Rechnung
Service
Retoure
Barrierefreiheit je Touchpoint
Bestätigungs-E-Mail semantisch strukturiert
PDF-Rechnung getaggt und navigierbar (PDF/UA)
Service über E-Mail, Chat und Formular erreichbar
Retourenportal per Tastatur bedienbar
Eine konsistente Erfahrung vom Klick bis zur Rechnungalle Kanäle

Kaufpfad im Detail: drei Fachbeiträge

Den kritischen Kaufpfad haben wir in eigenen Beiträgen aufgeschlüsselt: den barrierefreien Checkout mit Adress-, Versand- und Zahlungsschritt, die barrierefreie Produktsuche mit Filtern samt Facetten und Sortierung sowie barrierefreie Formulare und Validierung, weil Bestellungen an unverständlichen Fehlermeldungen scheitern können. Zusammen decken sie die zentralen Schritte des Kaufpfads ab. Wenn Sie ausschließlich die Bestellstrecke umbauen wollen, ist die Seite barrierefreier Checkout der direkte Einstieg; für die Pflichtenlage im Handel insgesamt siehe barrierefreier E-Commerce. Was die Umsetzung kostet, steht auf der Seite Preise.

Drei Wege, einen Shop barrierefrei zu bekommen

Nur einer davon behebt die Barrieren im Code und liefert die Grundlage für eine Barrierefreiheitserklärung.

Werkzeug

Nur automatisierter Scan

  • Enthalten: In Minuten durchgeführt und beliebig oft wiederholbar
  • Nicht enthalten: Findet nur automatisch erkennbare Fehler, nicht alle WCAG-Verstöße (WebAIM Million 2024)
  • Nicht enthalten: Bewertet weder Varianten-Auswahl noch Checkout als zusammenhängenden Prozess
  • Nicht enthalten: Reicht nicht als Grundlage für eine Barrierefreiheitserklärung
Abkürzung

Overlay-Werkzeug einbinden

  • Nicht enthalten: Schnell installiert, ändert aber nur die Darstellung im Browser
  • Nicht enthalten: Das Shop-Template und der Checkout-Code bleiben unverändert
  • Nicht enthalten: Fachleute für Barrierefreiheit raten im Overlay Fact Sheet davon ab
  • Enthalten: Einordnung im Beitrag zu Accessibility-Overlays
Unser Weg

Audit mit Umsetzung im Code

  • Enthalten: Erfolgskriterien der WCAG 2.2 AA über 15 bis 25 Seitentypen je Ansicht bewertet
  • Enthalten: Kaufpfad per Tastatur durchlaufen und Screenreader-Ausgabe geprüft statt nur gescannt
  • Enthalten: Behebung im bestehenden Template-Code, ohne Relaunch, wo der Code es zulässt
  • Enthalten: Nachtest und dokumentierter Nachweis über die Barrierefreiheitserklärung

Typische Ausgangslagen und unser Vorgehen

Produktfilter
Ausgangslage
Facettenfilter nur per Maus aufklappbar, Auswahl ohne Ansage, Trefferzahl ändert sich unbemerkt.
Maßnahme
Filter als semantische Bedienelemente neu aufbauen, Fokusreihenfolge korrigieren, Trefferzahl über eine Live-Region ansagen.
Ergebnis
Ziel: Produktsuche per Tastatur und Screenreader nutzbar, Behebung im Nachtest überprüft.
Checkout
Ausgangslage
Adress- und Zahlungsschritt mit unbeschrifteten Feldern, Fehlermeldungen nur farblich markiert.
Maßnahme
Labels, autocomplete-Attribute und Fehlertexte am Feld ergänzen, Fehlerliste zu Beginn des Formulars verlinken.
Ergebnis
Ziel: Bestellabschluss ohne Maus möglich, Fehleingaben verständlich erklärt statt nur eingefärbt.
Eingebundene Dienste
Ausgangslage
Bewertungs-Widget und Zahlungs-iframe eines Drittanbieters ohne Tastaturzugang im Kaufpfad.
Maßnahme
Anbieteroptionen prüfen, eine barrierefreie Alternative einbinden, verbleibende Einschränkungen dokumentieren.
Ergebnis
Ziel: Kaufpfad durchgängig bedienbar; verbleibende Einschränkungen werden in der Barrierefreiheitserklärung benannt.

Beispiele, keine Kundenprojekte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Umsetzung im bestehenden Template-Code: prüfen, beheben, nachtesten — ohne Relaunch, wo der bestehende Code das zulässt.
  • Wir prüfen den gesamten Kaufpfad gegen die Erfolgskriterien der WCAG 2.2 AA in 15 bis 25 Seitentypen.
  • Preise als Festanker: BFSG-Quick-Check für 490 €, Shop-WCAG-Audit ab 2.480 €, Komplettpaket ab 4.900 €, Monitoring ab 49 € pro Monat (alle netto).
  • Priorisierung nach Umsatzrelevanz: kritischer Kaufpfad zuerst, unterstützende Bereiche danach.
  • Durchgang durch den Kaufpfad per Tastatur mit Prüfung der Ausgabe für Screenreader, in der Desktop- und der Smartphone-Darstellung.

Häufige Fragen zu barrierefreien Online-Shops

So könnte die Website eines Hochschulfachbereichs aussehen

Der Entwurf zeigt Aufbau und Bedienung: Studiengänge zum Eingrenzen, ein Bewerbungsweg in Schritten, ein Abschnitt zu Nachteilsausgleich und Campus-Angaben. Die Hochschule darin ist erfunden.

Entwurf
Hochschule

Fachbereich mit Studiengangfilter und Nachteilsausgleich

Ein Entwurf für einen Hochschulfachbereich: acht Studiengänge lassen sich nach Abschluss und Studienform filtern, zu jedem stehen Abschluss, Regelstudienzeit und Zulassung in derselben Reihenfolge. Die Bewerbung ist in vier Schritten beschrieben, ein eigener Abschnitt erklärt Nachteilsausgleich und Sprechzeiten der Beratung. Zur Barrierefreiheit auf dem Campus nennt der Entwurf Rampenneigung, induktive Höranlage und Bodenleitsystem — und was fehlt.

StudiengangfilterNachteilsausgleichCampus-AngabenUntertitel

Exemplarische Layoutentwürfe zur Veranschaulichung. Die gezeigten Betriebe sind erfunden; es handelt sich nicht um Kundenprojekte.

Worum geht es?

Ein Klick genügt — alles Weitere ist freiwillig.

Erzählen Sie kurz vom Projekt

Alle Angaben hier sind freiwillig.

So, wie die Adresse im Browser steht, mit oder ohne https://.

Wann soll es losgehen? (optional)
Grober Budgetrahmen (optional)

Freiwillig — festlegen müssen Sie sich damit nicht.

Stichworte genügen. Wenn Sie etwas schreiben, bitte mindestens 5 Zeichen.

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