WCAG 2.2 AA Audit: Jede Barriere finden, jede Lösung dokumentieren
Unser Accessibility Audit kombiniert automatisierte Scans, manuelle Expertenbewertung und Tests mit assistiven Technologien. Das Ergebnis: Ein lückenloser Prüfbericht, der nicht nur Probleme aufzeigt, sondern für jede Barriere einen konkreten Lösungsweg beschreibt.
78
WCAG 2.2 Erfolgskriterien
4
POUR-Prinzipien geprüft
3
Screenreader im Einsatz
50+
durchgeführte Audits
Ein Barrierefreiheitsaudit ist der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zur BFSG-Konformität. Ohne eine systematische Bestandsaufnahme ist es nicht möglich, den Aufwand für die Behebung realistisch einzuschätzen oder Maßnahmen sinnvoll zu priorisieren. Unser WCAG 2.2 AA Audit geht über das hinaus, was automatisierte Tools leisten: Wir prüfen jeden der 78 Erfolgskriterien manuell, testen mit echten Screenreadern und dokumentieren jede Barriere mit Screenshot, WCAG-Referenz, Schweregrad und konkretem Lösungsvorschlag. In über 50+ durchgeführten Audits haben wir eine Methodik entwickelt, die zuverlässig reproduzierbare Ergebnisse liefert.
Warum automatisierte Tests allein nicht ausreichen
Automatisierte Barrierefreiheitstools wie axe-core, Lighthouse und WAVE sind unverzichtbare Bestandteile eines professionellen Audits. Sie erkennen technische Barrieren schnell und zuverlässig: fehlende Alt-Texte, unzureichende Farbkontraste, fehlende Formular-Labels und ungültige ARIA-Attribute. Allerdings zeigt die Forschung, dass automatisierte Tests nur 30 bis 50 Prozent aller tatsächlichen Barrierefreiheitsprobleme erkennen (Quelle: WebAIM 2024). Die restlichen 50 bis 70 Prozent erfordern menschliche Expertenbewertung und Tests mit assistiven Technologien.
Ein typisches Beispiel: Ein automatisiertes Tool erkennt, dass ein Bild ein Alt-Attribut hat, kann aber nicht bewerten, ob der Alt-Text den Bildinhalt sinnvoll beschreibt. Ein Tool erkennt, dass ein Formular Labels besitzt, kann aber nicht prüfen, ob die Fehlermeldungen verständlich genug sind, um den Fehler zu korrigieren. Ein Tool misst den Farbkontrast von Text, erfasst aber nicht, dass ein Fokus-Indikator auf bestimmten Hintergründen unsichtbar wird. Genau diese Lücken schließt unsere manuelle Bewertung.
Unser Drei-Säulen-Audit-Prozess
Unser Audit-Prozess basiert auf drei sich ergänzenden Prüfebenen, die gemeinsam ein vollständiges Bild der Barrierefreiheit Ihrer Website liefern. Jede Ebene deckt Aspekte ab, die die anderen nicht oder nur eingeschränkt erfassen können.
Automatisierte Prüfung
Einsatz von axe-core, Lighthouse, Pa11y und WAVE für eine systematische Erstanalyse. Automatisierte Tests erkennen technische Barrieren wie fehlende Alt-Texte, Kontrastprobleme, fehlende Labels und ungültige ARIA-Attribute. Ergebnisse werden dedupliziert und nach Schweregrad klassifiziert.
Manuelle Expertenbewertung
Geschulte Auditoren prüfen jeden der 78 WCAG 2.2 AA Erfolgskriterien einzeln. Fokus auf Kontextverständnis, Konsistenz, Verständlichkeit und tatsächliche Nutzbarkeit. Bewertung geht über technische Regelkonformität hinaus und berücksichtigt die reale Nutzererfahrung.
Assistive-Technologie-Tests
Praxistests mit NVDA (Windows), JAWS (Windows) und VoiceOver (macOS/iOS). Durchlauf realer Nutzerszenarien: Navigation, Suche, Formulare, Warenkorb, Checkout. Dokumentation jeder Barriere, die den Nutzungsfluss unterbricht.
Detaillierter Ablauf eines WCAG 2.2 Audits
Kick-off und Scope-Definition
In einem gemeinsamen Gespräch definieren wir den Prüfumfang. Wir identifizieren die repräsentativen Seitentypen und Nutzungspfade, die geprüft werden sollen. Bei Online-Shops umfasst der Scope typischerweise 15 bis 25 Seitentypen, bei Unternehmenswebsites 10 bis 15. Die Auswahl folgt der Methodik der EN 301 549, Annex C.
Was der Prüfbericht enthält
Unser Prüfbericht ist kein generischer automatisierter Output, sondern ein individuell erstelltes Dokument, das als Arbeitsgrundlage für die Remediation dient. Der Bericht ist so strukturiert, dass sowohl technische Teams als auch Management-Entscheider die relevanten Informationen schnell finden.
Executive Summary
Zusammenfassung des Konformitätsstands, Gesamtzahl identifizierter Barrieren nach Schweregrad, Risikoeinschätzung bezüglich BFSG-Compliance und Empfehlung für die nächsten Schritte. Für Management-Entscheider auf einer Seite zusammengefasst.
Detaillierte Befundliste
Jede Barriere einzeln dokumentiert mit WCAG-Kriterium, Schweregrad, Screenshot, Beschreibung, betroffener URL, betroffener Nutzergruppe und Lösungsvorschlag. Sortiert nach Schweregrad für effiziente Priorisierung.
Technische Lösungsvorschläge
Für jede Barriere liefern wir einen konkreten Lösungsansatz mit Codebeispielen in HTML, CSS, JavaScript und ARIA. Die Vorschläge berücksichtigen Ihre spezifische Technologie und sind direkt umsetzbar.
WCAG-Konformitätsmatrix
Tabellarische Übersicht aller 78 Erfolgskriterien mit Konformitätsbewertung (bestanden, nicht bestanden, nicht anwendbar) pro geprüfter Seite. Grundlage für die Barrierefreiheitserklärung.
Priorisierte Roadmap
Empfohlene Reihenfolge der Behebung, basierend auf Schweregrad, Nutzerauswirkung und geschätztem Aufwand. Quick Wins werden von komplexen Maßnahmen getrennt, damit Sie sofort mit wirkungsvollen Verbesserungen beginnen können.
Compliance-Bewertung
Einschätzung des aktuellen Konformitätsstands bezüglich BFSG, EN 301 549 und WCAG 2.2 AA. Identifikation der kritischsten Compliance-Risiken und Empfehlung für den Zeitrahmen der Behebung.
WCAG 2.2: Die neuen Erfolgskriterien im Überblick
WCAG 2.2 wurde im Oktober 2023 als W3C-Empfehlung veröffentlicht und ergänzt WCAG 2.1 um neun neue Erfolgskriterien (Quelle: W3C WCAG 2.2). Für die Konformitätsstufe AA sind sechs dieser neuen Kriterien relevant. Sie adressieren Barrieren, die in der Praxis häufig auftreten, aber von WCAG 2.1 nicht abgedeckt wurden.
Typischer Audit-Scope für verschiedene Website-Typen
Der Umfang eines Audits richtet sich nach der Komplexität Ihrer Website. Wir empfehlen, alle repräsentativen Seitentypen zu prüfen, um ein vollständiges Bild zu erhalten. Die folgenden Angaben geben einen Überblick über typische Audit-Scopes und -dauern.
| Aspekt | Unternehmenswebsite | Online-Shop |
|---|---|---|
| Typische Seitentypen | 10 bis 15 | 15 bis 25 |
| Interaktive Flows | Kontaktformular, Newsletter | Suche, Warenkorb, Checkout, Login |
| Audit-Dauer | 2 bis 3 Wochen | 3 bis 5 Wochen |
| Berichtumfang | 30 bis 60 Seiten | 50 bis 100 Seiten |
| Screenreader-Tests | NVDA + VoiceOver | NVDA + JAWS + VoiceOver |
| Nachprüfung | 1 Woche | 1 bis 2 Wochen |
Häufige Fragen zum WCAG 2.2 Audit
Die Rolle des Audits im Gesamtprozess der Barrierefreiheit
Ein WCAG 2.2 Audit ist nicht das Ziel, sondern der Ausgangspunkt. Er liefert die Datengrundlage, auf der alle weiteren Entscheidungen basieren: Welche Barrieren müssen zuerst behoben werden? Welche Bereiche der Website sind kritisch? Wo liegen die strukturellen Ursachen, die über einzelne Befunde hinausgehen? Ein guter Audit-Bericht beantwortet nicht nur die Frage, welche WCAG-Kriterien verletzt werden, sondern auch, warum sie verletzt werden und wie die zugrunde liegenden Muster behoben werden können. Wenn beispielsweise 15 Formularfelder auf einer Seite fehlende Labels haben, liegt das Problem nicht in 15 fehlenden Labels, sondern in einem Template, das Labels nicht korrekt implementiert. Unser Audit identifiziert solche Muster und gibt Empfehlungen, die an der Wurzel ansetzen.
Darüber hinaus dient der Audit-Bericht als Planungsgrundlage für die Budgetierung der Remediation. Auf Basis der identifizierten Barrieren, ihrer Schweregrade und der geschätzten Behebungsaufwände können Sie die Remediationskosten realistisch kalkulieren. Viele Unternehmen erleben positive Überraschungen: Die Mehrheit der Barrieren lässt sich mit vergleichsweise geringem Aufwand beheben, da sie auf wiederkehrende Muster zurückgehen (fehlende Alt-Texte, unzureichende Kontraste, fehlende Formular-Labels). Nur ein kleiner Teil der Barrieren erfordert tiefgreifende strukturelle Änderungen (Projekterfahrung).
Nachprüfung und Barrierefreiheitserklärung
Nach Abschluss der Remediation führen wir eine vollständige Nachprüfung durch, bei der alle zuvor identifizierten Barrieren erneut geprüft werden. Zusätzlich prüfen wir stichprobenartig weitere Seiten, um sicherzustellen, dass die Remediation keine neuen Barrieren eingeführt hat. Das Ergebnis der Nachprüfung dokumentiert den erreichten Konformitätsstand und bildet die Grundlage für Ihre Barrierefreiheitserklärung nach BFSG §14. Diese Erklärung muss den Konformitätsstand angeben (vollständig konform, teilweise konform oder nicht konform), bekannte Einschränkungen benennen, geplante Maßnahmen beschreiben und einen Feedback-Mechanismus für Nutzer bereitstellen. Wir unterstützen Sie bei der Erstellung dieser Erklärung und stellen sicher, dass sie den gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Für die langfristige Sicherung der Barrierefreiheit empfehlen wir nach dem initialen Audit-Remediation-Zyklus den Übergang in unser Compliance-Monitoring. Automatisierte Scans erkennen technische Barrieren in neuen Inhalten, regelmäßige manuelle Stichproben decken kontextabhängige Probleme auf, und bei signifikanten Änderungen an der Website (Redesign, neue Features, CMS-Updates) führen wir gezielte Nachprüfungen durch. So bleibt Ihre Website dauerhaft konform, nicht nur zum Zeitpunkt des Audits.
Automatisierte Vorab-Analyse: Was Sie selbst prüfen können
Bevor Sie einen professionellen Audit beauftragen, können Sie mit frei verfügbaren Tools eine erste Einschätzung des Barrierefreiheitsstands Ihrer Website erhalten. Die axe-core Browser-Extension (verfügbar für Chrome und Firefox) identifiziert technische Barrieren direkt im Browser. Google Lighthouse in den Chrome DevTools bewertet die Barrierefreiheit mit einem Score von 0 bis 100. Das WAVE Web Accessibility Evaluation Tool zeigt Barrieren visuell auf der Seite an. Diese Tools erkennen maximal 30 bis 50 Prozent aller Probleme (Quelle: WebAIM 2024), geben aber einen ersten Anhaltspunkt.
Darüber hinaus können Sie einen einfachen Tastaturtest durchführen: Navigieren Sie Ihre Website ausschließlich mit der Tab-Taste und Enter. Können Sie alle Links, Buttons und Formularfelder erreichen? Ist jederzeit erkennbar, welches Element den Fokus hat? Können Sie Dropdown-Menüs, Modale und Akkordeons ohne Maus bedienen? Werden Sie in modalen Dialogen am Scrollen der Hintergrundseite gehindert? Dieser Test dauert nur wenige Minuten, offenbart aber häufig die gravierendsten Barrierefreiheitsprobleme. Die Ergebnisse dieser Selbsttests können Sie im Erstgespräch mit uns teilen, damit wir den Audit-Scope noch gezielter definieren können.
Für eine vollständige Bewertung ersetzen diese Vorab-Tests keinen professionellen Audit: Sie erfassen weder kontextabhängige Probleme (Verständlichkeit, Konsistenz, Screenreader-Kompatibilität) noch die neuen WCAG 2.2 Kriterien (Focus Not Obscured, Dragging Movements, Target Size Minimum, Accessible Authentication). Unser WCAG 2.2 AA Audit kombiniert automatisierte Tools, manuelle Expertenbewertung und assistive Technologie-Tests für eine lückenlose Prüfung.
Die Investition in einen professionellen WCAG 2.2 Audit zahlt sich mehrfach aus: Sie erhalten einen belastbaren Nachweis Ihrer Konformitätsbemühungen gegenüber Marktüberwachungsbehörden, eine priorisierte Roadmap für die effiziente Nutzung Ihres Remediationsbudgets, konkrete technische Lösungsvorschläge, die Ihr Team direkt umsetzen kann, und eine fundierte Grundlage für Ihre Barrierefreiheitserklärung nach BFSG §14. Darüber hinaus identifiziert ein gründlicher Audit häufig auch allgemeine Usability-Probleme und SEO-Potenziale, die über die reinen Barrierefreiheitsanforderungen hinausgehen. Viele unserer Kunden berichten, dass der Audit-Bericht ihnen zum ersten Mal ein vollständiges Bild der Nutzererfahrung auf ihrer Website vermittelt hat, einschließlich Aspekten, die für sehende Nutzer ohne assistive Technologien nicht sichtbar sind. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch zu Ihrem Audit-Bedarf.